Neuer Schwung

Liebe und Verliebtsein sind zwei Paar Schuhe

Sicher, es ist ein unglaubliches Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben. Aber dieses Gefühl gehört eher zum Zustand des Verknalltseins. Dieser gleicht ja, wie jeder weiss, der einmal sterblich verliebt war, einer leichten Form von Wahnsinn: Man kann nicht mehr klar denken, man verklärt das Objekt der Begierde, als wärs ein göttergleiches unfehlbares Wesen, man begeht total unvernünftige, zuweilen sogar gefährliche Dinge und man spricht mit dem potentiellen Partner in einer für Aussenstehende unerträglichen Babysprache. Kurz, man verliert in der Phase der Verliebtheit weitgehend den Verstand. Ein tolles Gefühl. Aber kein Zustand auf Dauer.

Meiner Erfahrung nach – ich lebe seit 20 Jahren in einer harmonischen, gefestigten und glücklichen Partnerschaft – weicht die Tollerei des Verknalltseins allmählich einer innigen Zweisamkeit, eben der Liebe. Auch da flackert zuweilen das verwirrende Gefühl des Verliebtseins wie am ersten Tag auf. Aber es muss nicht ständig forciert werden. Es reicht, wenn man täglich 100 Mal an den Partner denkt und täglich dankbar ist, dass es ihn gibt. Das gibt Halt und ist unbezahlbar, und es ist überhaupt nicht langweilig.

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