RepSet statt Reservereifen

Da hat doch kürzlich ein Tuareg eines Bekannten von mir einen Platten. Kommt selten vor, gibt's aber. Doch weit und breit kein Reserverad, sondern nur ein Dichtungsmittel und eine Pumpe.
Mit ehrlichem Bemühen, haben wir das Dichtungsmittel dem Pneu eingeflösst und den Reifen wieder aufgepumpt. Resultat: Dichtungsmittel hielt nicht, was es versprach.
Haben wir was falsch gemacht? Muss man etwas Spezielles beachten. Oder sollte man sich mit dem RepSet einfach nicht in die Wüste wagen?

Bild des Benutzers Beat Matter

RepSet statt Reservereifen

Anstelle eines vollwertigen Reserverades bloss ein Reparaturset mitzuführen, ist eigentlich eine sinnvolle Sache. Umso mehr, als dass gemäss einer bereits etwas älteren Studie im europäischen Schnitt nur noch alle 150'000 Kilometer eine Reifenpanne auftritt. Angesichts dessen kann durch den Verzicht auf ein Reserverad, das je nach Grösse gut und gerne 20 Kilogramm auf die Waage bringt, einiges an Treibstoff gespart werden.
Soweit ich informiert bin, lassen sich mit einem Reparaturset nur undichte Stellen mit einer Grösse von maximal 4 bis 6 Millimetern reparieren, die sich AUF DER LAUFFLÄCHE des Pneus befinden. Zu meiner Zeit als Automechaniker galt es trotz professionellen Reparaturmöglichkeiten gänzlich als tabu, einen an der Seitenwand defekten Pneu zu "flicken".
Über den Erfolg beim Einsatz von Laien-Reparatursets gibt es derweil ganz unterschiedliche Berichte. Er ist wohl vom verwendeten Produkt abhängig, sowie auch von der Art der Beschädigung und nicht zuletzt auch von der Versiertheit des Anwenders. Wer sich dieser Lotterie nicht stellen will, entscheidet sich für ein so genanntes Notrad. Ein nicht ganz vollwertiges Reserverad, mit dem man aber nicht schneller als 80 Kilometer pro Stunde fahren darf.

Und übrigens: Bei Fahrten in die Wüste empfiehlt es sich selbstverständlich nicht, auf ein Reserverad zu verzichten. Zudem ist bei Wüstenfahrten angezeigt, den Reifendruck etwas niedriger als gewohnt einzustellen - in Adventure-Foren wird von einer Absenkung bis auf die Hälfte des üblichen Druckes gesprochen.

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