Gesundheit

5 Fragen an Dr. Silke Schmitt Oggier - Fieber bei Kindern

Patrick Nötzli hütet übers Wochenende alleine sein 2 1/2 -jähriges Töchterlein. Seine Frau gönnt sich das erste Mal seit der Geburt ein Wellness-Wochenende mit Freundinnen. Bis am Sonntag Nachmittag geht alles bestens, doch dann...

Dr. Silke Schmitt Oggier - Med.Leiterin von sante24
Kategorie:
Autor:
SWICA Gesundheitsorganisation

...hat Patrick Nötzli das Gefühl, seine Tochter habe ein gerötetes Gesicht, glasige Augen und fühle sich wärmer an als sonst. Besorgt ruft er sante24 an. «Ich möchte nur schnell wissen, wo die nächste Kindernotfallstation ist, meine Tochter hat Fieber», erklärt er der Gesundheitsberaterin am sante24-Telefon. Auf die Frage, wie hoch denn das Fieber sei, sagt er, er habe es nicht gemessen, aber es sei sicher hoch.

Wieso sollte man Fieber messen?

Erhöhte Temperatur und Fieber sind Zeichen einer Infektion. Von Fieber spricht man bei Kindern älter als 6 Monate erst ab 38,5 Grad Celsius. Zwischen 37.5 und 38,5 Grad Celsius hat man erhöhte Temperatur. Erhöhte Temperatur kommt bei vielen, eher harmloseren Infektionen vor, kann aber auch der Beginn einer stärkeren Infektion sein. Eine Körpertemperatur über 38,5 Grad Celsius spricht eher für eine stärkere virale oder auch bakterielle Infektion. Bei Säuglingen ist es am besten, das Fieber im After zu messen, bei grösseren Kinder kann man dies auch mit den moderneren Ohr- oder Stirnthermometern machen.

Was macht das Fieber mit dem Kind?

Fieber ist eine natürliche Krankheitsreaktion des Körpers. Es ist darauf zu achten, dass der kleine Patient genug Flüssigkeit zu sich nimmt und nicht allzu sehr schwitzt. Essen ist nicht so wichtig, da haben wir für kurze Zeit Reserven. Manche Kinder sind allerdings bei Fieber, vor allem, wenn es dann um die 39 Grad oder mehr wird, sehr schlapp. Sie wollen weder spielen noch trinken und können vor Erschöpfung und Hitze auch nicht gut schlafen. Schlaf und Ruhe sind aber neben genügend Flüssigkeit wichtig, um gesund zu werden.

Muss man bei Fieber fiebersenkende Medikamente geben?

Solange das Kind noch ein wenig spielt, genug trinkt und gut schlafen kann, ist das nicht notwendig. Ist ein Kind jedoch sehr schlapp, «jammerig» und erschöpft, können fiebersenkende Massnahmen dem Kind helfen, sich besser zu erholen. Dies müssen aber nicht unbedingt Medikamente sein. Auch die altbewährten Essigsöckli tun ihren Dienst. Allerdings dürfen sie nur angewendet werden, wenn das Kind am ganzen Körper inklusive Ärmchen und Beinchen warm ist. Sind die Extremitäten trotz des gemessenen Fiebers eher kühl und die Haut fahl oder die Blutgefässe durchscheinend, sind dies Zeichen für eine gravierendere Infektion, deren Ursprung man unbedingt suchen muss.    

Was sind die Gründe für Fieber bei einem kleinen Kind?

Kleine Kinder sind oft krank. Ihr Abwehrsystem muss sich mit vielen Krankheitserregern auseinandersetzen, um später widerstandsfähig zu sein. Meist sind dies relativ harmlose Virusinfektionen, die zwar auch mit Fieber und anderen Symptomen wie Husten und Schnupfen oder Durchfall und Erbrechen und zum Teil auch mit einem begleitenden Hautausschlag einhergehen, aber nach wenige Tagen wieder komplett verschwinden. Bei all diesen Infektionen genügt es, die jeweiligen Symptome zu lindern und dem Kind Zeit und Ruhe für die Erholung zu geben.

Kann Fieber auch gefährlich werden?

Wenn das Fieber sehr schnell sehr hoch ansteigt, das Kind sich komplett anders verhält als üblich, sich das Fieber auch mit fiebersenkenden Massnahmen nicht um ein Grad senken lässt, länger als 2-3 Tage anhält  oder der Ursprung des Fiebers ganz unklar ist, also weder Erkältungszeichen noch Magen-/Darmsymptome vorlegen, dann sollte man unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser muss ausschliessen, dass das Fieber von einer bakteriellen Infektion kommt. Bakterielle Infektionen benötigen bei Kindern schneller Antibiotika als bei Erwachsenen, weil sich Infektionen bei Kindern sehr viel rascher auf den ganzen Körper ausbreiten und dann auch lebensbedrohlich werden können. Vor allem die Lunge, die Harnblase und die Rachenmandeln sind gefürchtete Orte für solche bakteriellen Infektionen – und nicht zu vergessen, die besonders gefürchtete Hirnhautentzündung. Auch bei Ohrenentzündungen kann eine Antibiotika-Therapie notwendig sein. Man versucht aber in den letzten Jahren vermehrt, diese erst einmal ohne Antibiotika in den Griff zu bekommen.  

Inzwischen hat Herr Nötzli unter der Anleitung der sante24-Gesundheitsberaterin bei seiner Tochter eine Temperatur von 38,3 Grad gemessen. Die Kleine spielt etwas weniger als sonst, legt sich eher einmal hin und will mit dem Papa kuscheln, trinkt aber immer wieder am Tee, den der Papa ihr gemacht hat und zupft sich oft am linken Ohr, das man nicht anfassen darf. Seit ein paar Tagen hat sie wenig Schnupfen. Vor ein paar Monaten hatte sie schon einmal eine Ohrenentzündung, die vom Kinderarzt ohne Antibiotika behandelt werden konnte. Die damaligen Medikamente gegen die Entzündung und die Schmerzen findet Patrick Nötzli säuberlich angeschrieben in der Hausapotheke. Die sante24-Gesundheitsberaterin rechnet die Medikamente auf das Gewicht des Mädchens um und erklärt ihm, wie er sie in den nächsten Stunden geben soll und dass er sofort wieder anrufen soll, falls sich der Zustand seiner Tochter trotz Medikamenten verschlechtern sollte. So kann sie Vater und Tochter mit gutem Gewissen in die Nacht entlassen. Der Rückruf am nächsten Morgen ergibt, dass beide eine relativ ruhige Nacht mit wenigem Aufwachen und Trinken hatten. Patrick Nötzli hat vorsichtshalber einen Kontrolltermin beim Kinderarzt vereinbart und ist ganz stolz, dass er seine Frau nicht aus dem Wellnesswochenende zurückrufen musste, sondern die Situation alleine bzw. mithilfe von sante24 meistern konnte.

Dr. med. Silke Schmitt Oggier ist die Medizinische Leiterin von sante24. Die telefonische Gesundheitsberatung sante24 ist eine zentrale Dienstleistung von SWICA, die den SWICA-Versicherten bei allen Fragen rund um die Gesundheit unter der Nummer 044 404 86 86 kostenlos zur Verfügung steht. Die Fachkräfte von sante24 vereinbaren bei Bedarf einen Arzttermin und schaffen so die Grundlage für eine koordinierte und zielgerichtete Behandlung – von der ersten Beratung bis zum Therapieabschluss.

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