Wird das Zeugnis gefeiert, bleibt es positiv verankert.
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Nach dem Zeugnis ist vor dem Zeugnis

Zweimal im Schuljahr erhält jedes Kind ein Zeugnis. Dies ist eine Gratwanderung für Kinder, Geschwister, Eltern und Grosseltern. Was ist ein sinnvoller Umgang mit dieser Beurteilung?

Ein Zeugnis ist ein Leistungsnachweis eines kleinen Spektrums von dem, was Ihr Kind während einer gewissen Zeit in der Schule gelernt hat. Jede Note besteht aus dem Durschnitt von Leistungen die zu speziellen Zeitpunkten abgefragt wurden. Zeugnisnoten sind wichtig und teilweise wegweisend, aber nicht das Einzige, was später im Leben zählt. Denn die Zeugnisnoten sagen nichts über das aus, was das Kind ausserhalb der Schule gelernt und entdeckt hat. Trotzdem lässt das Zeugnis Vergleiche mit Gleichaltrigen zu oder es zeigt Tendenzen, respektive eine Verbesserung oder Verschlechterung zum letzten Semester, auf.

Grundsätzlich sollte das Zeugnis weder für das Kind noch für die Eltern Überraschungen beinhalten. Meistens werden die Noten und das Verhalten der Kinder bereits an einem vorgängigen Elterngespräch mit der Klassenlehrperson angeschaut. Trotzdem birgt das ausgedruckte Zeugnis in den Händen der Eltern einige Gefahren. Falsche Worte zum Zeugnis oder zu schlechten Noten können dem Kind Angst machen oder die Motivation für das kommende Semester trüben. Das ist nicht der Sinn des Zeugnisses.

Denken Sie daran zurück, was das Schulzeugnis in Ihrer Kindheit jeweils für Gefühle und Äusserung hervorgerufen hat. Was hätten Sie sich von Ihren Eltern oder Verwandten dazumal gewünscht?

Hier einige Tipps für den Umgang mit dem Zeugnis:

  • Verlangen Sie nicht gleich das Zeugnis, wenn das Kind nach Hause kommt. Lassen Sie das Kind erst erzählen und sondieren Sie mal vor, wie die Stimmung ist.
  • Fragen Sie das Kind nach seinem Empfinden. Es soll seine Stärken und Schwächen selbst benennen. Legen Sie Wert darauf, dass es genau gleich viele Stärken wie Schwächen aufzählt.
  • Anstatt schlechte Noten zu dramatisieren oder mit dem Kind zu schimpfen, trösten Sie es. Niemand möchte schlechte Noten erhalten. Ergründen Sie mit dem Kind, weshalb es in einigen Fächern gut läuft und in anderen weniger. Finden Sie heraus, wann es einfach läuft.
  • Fragen Sie nach Träumen und Wünschen des Kindes. Zeigen Sie ihm auf, was wichtig für das Erreichen dieser Ziele ist. - Setzen sie sich mit dem Kind hin und fragen Sie es, wie es sich das nächste Zeugnis vorstellt. Was braucht das Kind dafür und welche Art von Unterstützung wünscht es sich in Zukunft.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind. Das heisst nicht, dass Sie das Kind loben, sondern zeigen Sie ihm seine Stärken auf.
  •  Feiern Sie beim Nachtessen den Abschluss des Semesters, respektive das Zeugnis. Eine Feier löst positive Emotionen aus und diese bleiben besser verankert. Zudem lässt sich in einer guten Stimmung besser diskutieren, auch über schlechte Noten.

Zu guter Letzt: Denken Sie daran, Menschen sind verschieden. So auch die Wünsche, Erwartungen und das Empfinden. Vertrauen Sie auf sich und Ihre Stärken und rufen Sie sich in Erinnerung, dass Sie Ihrem Kind am nächsten stehen. Sie können das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stärken und es in schwierigen Zeiten auffangen.

Wir wünschen Ihnen ein gutes Annehmen des Zeugnisses und ein schönes Feiern des Abschlusses des ersten Schulhalbjahres mit Ihrem Kind.

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