Gesundheit

5 Fragen an Dr. Silke Schmitt Oggier - Werde ich mit TytoHome mein eigener Doktor?

«Ich habe gerade in der Zeitung gelesen, dass man sich als SWICA-Kunde für ein neues Telemedizin-Gerät von santé24 bei Ihnen anmelden kann, mit dem man selber zum Doktor wird. Wie funktioniert das genau und kann ich auch gleich noch Kinderarzt werden.

Dr. Silke Schmitt Oggier - Med.Leiterin sante24
Kategorie:
Autor:
SWICA Gesundheitsorganisation

Das wäre nämlich bei meinen zwei Kindern (4 und 6 Jahre alt) sehr praktisch, die sind immer mal wieder krank und meistens am Wochenende, wenn die Kinderarztpraxis geschlossen ist. Ich möchte unbedingt so ein Gerät» meldet sich Lea Hunziker am santé24-Telefon. Die Gesundheitsberaterin leitet Lea Hunziker weiter an die interne Tyto-Helpline, die über alle Fragen rund um das neue Gerät bestens Auskunft geben kann.

 

Was für ein Telemedizin-Gerät ist TytoHome?
TytoHome ist ein ca. faustgrosses hochmodernes Telemedizin-Gerät, mit dem der Laie zuhause gewisse medizinische Untersuchungen an sich selber oder einem Partner oder Kind vornehmen kann. Die Untersuchungen werden als Foto, Film oder Tonspur aufgenommen und nach Freigabe des Anwenders auf der Tyto-Plattform angezeigt. Nur die medizinischen Fachpersonen und Ärzte von santé24 haben darauf Zugriff. Sie können sich die Untersuchungen anschauen bzw. anhören und zusammen mit der Krankengeschichte, die sie am Telefon persönlich mit dem TytoHome-User erheben, eine klare Diagnose stellen ohne den Patienten live gesehen zu haben. Das war bisher nicht möglich.

Kann man mit TytoHome selber Diagnosen stellen?
Nein, das kann man nicht. Man wird auch nicht sein eigener Doktor, sondern nur Assistent der Gesundheitsfachpersonen bzw. des Doktors, indem man ihnen den technischen Teil der Untersuchung abnimmt. Die Diagnose, das heisst die Interpretation der aufgenommenen Filme und/oder Töne und das Zusammenführen mit den geschilderten Symptomen, Grunderkrankungen, Medikamenten, dem bisherigen Verlauf und anderen wichtigen Gesundheitsinformationen des Anrufers muss von einer medizinischen Fachperson respektive von einem Arzt gemacht werden, der dann bei Bedarf auch gleich ein Rezept erstellen oder andere Behandlungsvorschläge machen kann.

Welche Untersuchungen kann man mit TytoHome alle machen?
Alle Untersuchungen werden einem auf der Tyto-App, die man gleichzeitig offen hat, erklärt und gezeigt. Die einfachste Untersuchung ist das Messen der Körpertemperatur, indem man das Gerät für eine bestimmte Zeit, die einem die Tyto-App anzeigt, vor die Stirne hält. Auch das zentrierte Fotografieren von Hautflecken ist unproblematisch. Bei den weiteren Untersuchungen ist ein bisschen Ausprobieren und Üben gefragt, bevor man das Gerät dann im «Ernstfall» benutzt. Das Spiegeln des Rachens möglichst bis zu den Mandeln erfordert einen kleinen Aufsatz auf das TytoHome-Grundgerät und es braucht etwas Übung, um mit dem Gerät weit genug in den Mund zu fahren. Das Einsehen und Filmen des Gehörgangs bis zum Trommelfell benötigt einen Ohrenspiegelaufsatz und möglichst saubere Ohren ohne viel Ohrenschmalz und wiederum Übung beim Geradeziehen des Gehörgangs und beim Hineinfahren. Verletzen kann man sich dabei bei normalem Umgang mit dem Gerät aber nicht. Zum Abhören von Herz und Lunge mithilfe des aufgesteckten Tyto-Stethoskops ist eine ruhige Umgebung und ein freier Oberkörper wichtig, da es sonst zu viele Nebengeräusche gibt. Belohnt wird man mit Untersuchungsbildern und -tönen, die man so als Laie noch nie selber gesehen hat!

Ist es einfach, als Laie die Untersuchungen zu machen, auch bei Kindern?
Wenn man gesund ist, ist es kein Problem, die Untersuchungen an sich und anderen Familienmitgliedern durchzuführen. Sollte man Schwierigkeiten mit einer Untersuchung haben, helfen einem die Gesundheitsfachpersonen von santé24 gerne. Bei Kindern empfiehlt es sich ganz besonders, das Gerät und die verschiedenen Untersuchungen spielerisch auszuprobieren. Im Krankheitsfall kennt das Kind das Gerät dann schon und weiss, dass es keine Angst davor haben muss. Trotzdem sollte die Untersuchung speziell bei kleinen Kindern an einem gemütlichen Ort, evtl. auf dem Schoss von Mutter, Vater oder Grosseltern stattfinden, evtl. mit etwas Ablenkung durch einen Elternteil und nicht gerade im höchsten Fieber ausprobiert werden, um möglichst gute Resultate zu erzielen.

Bei welchen Krankheiten hilft mir TytoHome denn am meisten?
Den grössten Nutzen bietet TytoHome bei Erkältungskrankheiten oder Hautproblemen. Wenn man z.B. Ohrenschmerzen hat, ist es ohne das Trommelfell zu sehen, telemedizinisch nicht immer möglich, zwischen einer Entzündung des Gehörgangs und einer Mittelohrenentzündung zu unterscheiden. Beim einen reichen aber antibiotische Ohrtröpchen, beim anderen braucht es evtl. Antibiotika zum Einnehmen. Auch bei einer Bronchitis bekommt man durch das Abhören der Lunge wichtige Zusatzinformationen, die die Behandlung total ändern können. Wenn sich die Atemwege z.B. verengt anhören, dann nützen die üblichen Hustensäfte und -mittel nichts, dann benötigt es spezielle Medikamente, die inhaliert werden müssen. Mithilfe von TytoHome können die telemedizinischen Gesundheitsfachpersonen und Ärzte von santé24 diese Diagnosen korrekt stellen und die spezifischen Behandlungen einleiten.

Lea Hunziker ist nach wie vor neugierig und möchte TytoHome gerne mit ihrer Familie ausprobieren. Auf der SWICA/santé24-Website können sich SWICA-Versicherte registrieren und haben gute Chancen, zu den ersten 2000 Schweizern zu gehören, die das neue Telemedizingedizingerät kostenlos ausprobieren können. https://www.swica.ch/de/private/gesundheit/medizinische-hilfe/telemedizin/tytocare/teilnahmeerklaerung-tytocare

 

Dr. med. Silke Schmitt Oggier ist die Medizinische Leiterin von santé24 und selber Fachärztin für Kinder und Jugendliche. Die telemedizinische Beratung ist eine zentrale Dienstleistung von santé24, die den SWICA-Versicherten bei allen Fragen rund um die Gesundheit unter der Nummer 044 404 86 86 kostenlos zur Verfügung steht. Eine Praxisbewilligung für Telemedizin ermöglicht es den Ärzten von santé24 zudem, bei telemedizinisch geeigneten Krankheitsbildern weiterführende ärztliche Leistungen zu erbringen. Mit der medizinischen App BENECURA können SWICA-Versicherte ausserdem bei Krankheitssymptomen einen digitalen SymptomCheck machen und erhalten Empfehlungen fürs weitere Vorgehen. Bei einem anschliessenden Telefonat mit santé24 entscheidet der Kunde im Einzelfall selber, ob er die im SymptomCheck gemachten Angaben santé24 freigeben möchte.

Kommentar hinzufügen

Facebook

Buchtipp

Frösteln mitten im Sommer, grundlos schlechte Laune und schon wieder ein Kilo…
Autor: Dr. Andrea Flemmer ISBN / EAN: 3-89993-753-8
0