Saubers unterwegs

Der Selbstparkierer - Ford Grand C-Max

Im Test trumpfte der Grand C-Max mit seinem geisterhaften Parkier-Tool auf. Unterstrichen wird das Wow durch die Innengestaltung. Von der äusseren Erscheinung eher nicht.

Kein Bijoux: Der Grand C-Max von aussen.
Kategorie:
Autor:
Beat Sauber

 

Beats Männermeinung:

Es war mir ja schon klar, dass Esther ganz besonders von diesem Tool beeindruckt sein würde, das den Ford Grand C-Max selbstständig seitwärts einparken lässt. Schon als ich diese Funktion erstmals in einem TV-Spot gesehen hatte, dachte ich mir zweierlei Dinge: 1. Die Techniker müssen bei der Entwicklung an Esther gedacht haben. 2. Es ist irgendwie gemein, wenn mittels technischer Hilfsmittel naturgegebene Fähigkeitsvorsprünge minimiert werden. Bislang war es – das darf man als moderner Mann ja auch freimütig zugeben – ganz schön, wenn man der gestressten Frau tief in die Augen schauen und sagen konnte: «Soll ich ihn dir einparken?» Aber selbstverständlich war ich auch beeindruckt, als ich dieses System zum ersten Mal real testete. Sensoren suchen beim Vorbeifahren jene Parklücke aus, die genug gross ist. Rückwärtsgang einlegen, leicht anrollen und wie von Geisterhand wirbelt das Lenkrad genau so umher, dass der Wagen die Parklücke «tüpft». Dem Fahrenden bleibt bloss die Aufgabe, Gas zu geben und zu bremsen, sobald einen die Warnsensoren dazu auffordern. Verrückt!

Über dieses witzige und je nach Zielgruppe vielleicht sinnvolle Tool hinaus hat Ford mit dem Grand C-Max einmal mehr ein Fahrzeug gebaut, das optimal auf die Bedürfnisse der potenziellen Käuferschaft abgestimmt ist. Der Wagen bietet familienfreundlich viel Platz und Variabilität. Eine dritte Sitzreihe ist standardmässig eingebaut und kann flach im Boden versenkt werden. Der mittlere Sitz auf der Rückbank lässt sich clever wegklappen, sodass die zusätzlichen Passagiere bequem zu ihren Sitzen im Kofferraum gelangen.

 

"Etwas zu pragmatisch schien mir jedoch die Aussengestaltung. Form follows function, dürfte hier das Stichwort lauten."

 

Wie an dieser Stelle auch schon zu lesen war, sind Schiebetüren eine ganz gute Erfindung. In engen Parklücken, und gerade wenn noch Kinder dabei sind, die ihre Finger nie von irgendwas lassen können, ist man froh um Türen, die mit Sicherheit nicht an das Nachbarauto schlagen. So war es auch beim Grand C-Max. Kleiner Makel: Die Schiebetüren wurden beim Öffnen und Schliessen sehr weit, zu weit, ausgestellt. In ebendieser engen Parklücke blieb somit kaum mehr Platz, um zu stehen oder zu gehen.

An den Fahreigenschaften des Grand C-Max gibt es, wie bei Ford fast üblich, kaum etwas zu mäkeln. Da ist alles solide und pragmatisch auf gutes und sicheres Vorwärtskommen ausgelegt. Etwas zu pragmatisch schien mir jedoch die Aussengestaltung. Form follows function, dürfte hier das Stichwort lauten. Es steht die Vermutung, man habe primär den Innenraum gestaltet. Und schliesslich einfach noch etwas Blech darum herum montiert. Das freut das Auge nicht. Doch wer ein echter Pragmatiker ist, der sagt eben: Als Fahrer bin ich der einzige, der den Wagen nicht von aussen anschauen muss.

 

 

 

Esthers Frauenmeinung:

Es funktioniert tatsächlich. Der Ford Grand C-Max kann alleine seitwärts einparkieren. Grossartig! Ich staunte nicht schlecht, als mir Beat von diesem tollen Extra unseres Testautos erzählte. Glauben konnte ich es jedoch noch nicht so richtig, doch ich wurde bald eines Besseren gelernt. Beat demonstrierte mir dieses Parkmanöver bei der nächsten Gelegenheit, welches wie folgt vonstatten geht: wenn man parkieren will und den parkierenden Autos entlang fährt, registriert der C-Max per Knopfdruck, dass nun seine Hilfe benötigt wird. Ist eine Parklücke genug gross, erscheint ein „OK“ auf dem Display und der Hinweis, man soll der Rückwärtsgang einlegen. Wird das gemacht und auf das Gaspedal gedrückt beginnt der Wagen automatisch richtig einzulenken. Mit Stopp zeigt er, wann die Bremse betätigt werden muss. Dann erfolgt nochmals der Auftrag den Vorwärtsgang einzulegen und voilà, der Wagen ist fertig einparkiert. Meistens innerhalb der Parklinie. Wirklich faszinierend! Die aktive Einparkhilfe kann gegen einen Aufpreis erhalten werden. Ich würde dieses Geld sofort dafür in die Hand nehmen.

Optisch finde ich den Ford Grand C-Max kein Bijoux. Doch es ist ein sehr alltagtaugliches und familienfreundliches Auto. Schiebetüren für die Fondpassagierebei finde ich normalerweise eine gute Sache. Doch irgendwie kamen die Seitentüren bei C-Max zu weit nach aussen. Mehrmals verschätze ich mich und parkierte ungewollt zu nahe an ein Hindernis womit das ausladen der Kinder mühsam wurde.

 

"Einmal staunte ich nicht schlecht als ich bergauf immer wieder in den ersten Gang schalten musste da im zweiten bereits nichts mehr gehen wollte."

 

Der Motor hätte ein bisschen mehr Kraft entwickeln dürfen. Einmal staunte ich nicht schlecht als ich bergauf immer wieder in den ersten Gang schalten musste da im zweiten bereits nichts mehr gehen wollte. Wie alltagstauglich das integrierte Navigationsgerät war, konnte ich leider nicht schlüssig herausfinden. Die Grundeinstellung war auf Italienisch. Meine bescheidenen Italienischkenntnisse reichten leider nicht aus, um die Grundeinstellung zu ändern. Dies wurde mir beinahe zum Verhängnis, als ich eine Kollegin in einer mir unbekannten Region besuchen wollte. Doch zum Glück liessen die Pfeilrichtungen des Navis keinen Interpretationsspielraum.


Ich finde der Grand C-Max hat eine gesunde Grösse. Wohlgemerkt: Es ist ein 7-Plätzer. Sämtliche Sitze der zweiten und dritten Sitzreihe lassen sich übrigens im Handumdrehen flach im Boden verstauen und sorgen so für einen besonders geräumigen Laderaum. Die Sitze der zweiten Sitzreihe lassen sich zudem in der Länge verschieben und ermöglichen eine üppige Beinfreiheit. Problemlos konnte ich so hinten zwischen Janick und Lionel Platz nehmen. Der mittlere Sitz der zweiten Sitzreihe lässt sich eben verstauen und dient dabei als Durchgang zur dritten Sitzreihe. Äusserst praktisch ausgedacht und umgesetzt.

Der Ford Grand C-Max war mit vielen netten Extras ausgestattet, welche ich sehr schätzte. Die meisten davon sind gegen einen Aufpreis erhältlich. Das Panoramadach machte das Fahrgefühl luftiger. Die Klapptische waren für unseren Janick immer wieder praktisch, um seine heiss-geliebten Papa-Moll-Bücher darauf anzuschauen. Integrierte Sonnenschutzrollos sind immer praktisch.

Der Ford Grand C-Max ist für Familien sicher eine Option. Dank den vielen optional erhältlichen Ausstattungsvarianten ist es möglich, seine eigeneTraumvariante zusammenzustellen und das Geld dort zu investieren,wo es einem persönlich am wichtigsten ist. Das finde ich sympathisch.

 

 

Detaillierte Informationen zum Ford C-Max und seinem grösseren Bruder Grand C-Max finden sich hier.

 

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