Gesundheit

Faszientraining: Was es kann und was nicht

Nach einem langen Tag im Büro oder einem anstrengenden Fitnesstraining soll das Faszientraining mit der «Blackroll» für Entspannung sorgen, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Das zumindest versprechen die Sporthändler. Was aber sagt die Medizin dazu?

Faszientraining: Was es kann und was nicht
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SWICA Gesundheitsorganisation

Faszien, so nennt man das Bindegewebe, das unseren Körper von Kopf bis Fuss zusammenhält. Man kann sich dieses bildlich als ein dreidimensionales Netz von Strängen und Fasern vorstellen, das den Körper umhüllt und durchdringt. Dabei verbindet es beispielsweise Knochen mit Muskeln und gibt den Organen Halt.

In unserem Bewegungsapparat dient das Gewebe sowohl als Klebstoff wie auch als Schmiermittel. Sind die Fasern geschmeidig und elastisch, können wir uns besser bewegen. Sind die Fasern «verklebt» oder «verfilzt», fällt uns die Bewegung schwer. Bewegen wir uns zu wenig, werden die Fasern mit der Zeit starr. Da die Faszien viele Nervenrezeptoren enthalten, wird vermutet, dass sie die Ursache verschiedener Schmerzen sind, die bisher kaum zuweisbar waren.


Neuentdeckung der Faszien

Bis vor einigen Jahren wurde den Faszien wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Seit die «Blackroll» – eine zirka einen halben Meter lange und zehn Zentimeter hohe, zylinderförmige Rolle – sich wie ein Lauffeuer in den Fitnesscentern verbreitet hat, ist dies anders. Die «Blackroll» wurde zum Symbol des Faszientrainings. Im Gegensatz zum herkömmlichen Training ermöglicht die Rolle eine Art Selbstmassage. Der Druck, der normalerweise von einem Masseur ausgeht, kommt bei der Rolle vom eigenen Körpergewicht. Damit sollen Verhärtungen, Verklebungen und Verfilzungen gelöst werden.

Beim ganzen Hype um die «Blackroll» geht oft vergessen, dass sich das Faszientraining nicht nur aus Übungen mit der Rolle zusammensetzt. Dehnübungen und Yoga ebenso wie Pilates oder Schwing- und Wippbewegungen werden dem Faszientraining zugeschrieben.


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Das Stiefkind der Medizin

Aus Sicht der Forschung ist noch nicht klar erwiesen, ob das Training einen effektiven Nutzen hat. Dementsprechend skeptisch sind die Ärzte, welche zu dem Thema befragt werden. Einig ist man sich darin, dass die Faszien ein spannendes Feld der Medizin sind und bisher in der Forschung noch zu wenig Beachtung fanden. Gleichzeitig bleibt es noch immer schwierig, Schmerzen im Zusammenhang mit den Faszien zu diagnostizieren. Verschiedene Physiotherapeuten, die bereits mit der «Blackroll» arbeiten, stufen das neue Sportgerät aber positiv ein. Sofern es richtig eingesetzt wird, kann damit die Regeneration nach Verletzungen schneller vorangebracht und die Beweglichkeit gesteigert werden.

Menschen mit Lymph- oder Durchblutungsstörungen sowie Menschen mit Hautentzündungen oder Osteoporose sollten allerdings bei Übungen mit der «Blackroll» vorsichtig sein. Auch schwangere Frauen können nicht alle Übungen machen.

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