Ernährung / Gesundheit

Ernährungsmythen ─ Unwahrheiten mit einem kleinen Funken Wahrheit?

Was ist an den Gerüchten rund um die Ernährung dran?

Ernährungsmythen ─ was steckt dahinter?
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Mythen sind fesselnd ─ keine Frage. Doch was steckt hinter ihnen? Sind sie vollkommen aus der Luft gegriffen oder steckt doch in jedem Mythos auch etwas Wahres? Diese Fragen zu beantworten, stellt die Wissenschaft seit jeher vor grosse Herausforderungen. Wenn es um das Thema Ernährung geht, entstehen immer wieder neue Theorien, die sich eine Zeit lang halten, weil sie beispielsweise durch eine oder mehrere Studien belegt werden. Doch oft werden diese später durch neue Studien entkräftet. Hat sich ein Ernährungsmythos einmal in unseren Köpfen verfestigt, ist es gar nicht so einfach, diesen wieder loszulassen. Ein Mythos zeichnet sich auch durch seine Hartnäckigkeit aus.

 

Umgang mit Ernährungsinformationen

Wenn wir etwas hören oder lesen, bleibt es uns überlassen, ob wir dem Glauben schenken oder nicht. Eventuell lassen wir uns von etwas auch deshalb nicht abbringen, weil es keine Alternativerklärung dafür gibt. Dann halten wir lieber an dem fest, was für uns logisch erscheint.

 

Hören Sie sich einmal in Ihrem Umfeld um. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden Sie von vielen immer wieder dieselben Ernährungsmythen hören. Mythen, die sich in unserer Gesellschaft hartnäckig halten und etabliert haben. Gemäss dem «illusory effect», der auf einer Studie von 1977 gründet, scheint für uns oft das als wahr, was uns bekannt und vertraut vorkommt. Also glauben wir insbesondere an diejenigen Mythen, mit denen wir immer wieder konfrontiert werden. Nach dem Motto: «Das habe ich schon mal irgendwo gehört, dann stimmt es sicherlich auch.» Und dementsprechend verbreiten sich diese Mythen auch immer weiter.

 

Digitalisierung und Informationsüberflutung

Eine wichtige Rolle in der Verbreitung von Ernährungsmythen oder Mythen generell spielt, wie so oft, die zunehmende Digitalisierung. Seit Internet, Tablets, Smartphones, Facebook und Co können wir uns von Informationen rund um die Ernährung kaum retten. Dabei immer zwischen richtig oder falsch unterscheiden zu können, stellt eine Herausforderung dar, der wohl kaum jemand gewachsen ist. Zudem befasst sich auch nicht jedermann tagtäglich und vertieft mit den Regeln der Wissenschaft. Was bedeutet überhaupt wissenschaftliche Evidenz? Und welche Grundsätze gelten bei Experimenten, die im Rahmen von Studien durchgeführt werden, damit sie geeignet sind, die gemachten Aussagen zu beweisen? Die Antworten auf diese Fragen würden den Rahmen hier und jetzt sprengen.

 

Oft bleibt uns nur die reisserisch klingende «Headline» im Kopf hängen und nur wenig vom eigentlichen Inhalt. Die Reflexion über wahr oder falsch geht dabei gänzlich verloren. Solange Mythen keine gesundheitliche Gefährdung darstellen, ist das auch nicht weiter schlimm. Aber es kann auch anders sein und dann sind Vorsicht und Aufklärung geboten.

 

Zögern Sie beim nächsten Mal also nicht, eine Aussage über eine Ernährungsempfehlung, die sie irgendwo lesen oder hören, kritisch zu hinterfragen und etwas genauer nachzulesen oder nachzufragen. In den nächsten Wochen nehmen wir einige dieser hartnäckigen Mythen genauer unter die Lupe und klären auf. Lesen Sie dann zum Beispiel, wieso Eier unbesorgt gegessen werden können und mit unserem Cholesterinspiegel im Blut gar nichts am Hut haben.

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