Ernährung

Intervallfasten

Trend mit positiver Wirkung auf die Gesundheit?

Beim Intervallfasten wird zeitweise auf Nahrung verzichtet
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Kaum eine Diät-Form ist derzeit prominenter als das Intervallfasten. Überall wird von diesem Hype, der das Abnehmen erleichtern und vor diversen chronischen Krankheiten schützen soll, berichtet.

 

Das Prinzip beim Intervallfasten
as Intervallfasten wird in den Medien derzeit stark als DIE Abnehmmethode schlechthin beworben. Dabei wird zeitweise auf Nahrung verzichtet, je nach Methode beispielsweise an 16 Stunden, an zwei Tagen in der Woche oder an jedem zweiten Tag. In der Zeit dazwischen wird teilweise ganz normal gegessen. Anders als bei anderen Diäten, die kaum ein Leben lang durchgezogen werden können, soll das Intervallfasten als Dauerkostform angewendet werden.

 

Aktuelle Studienlage
m Rahmen von Tierstudien wurde herausgefunden, dass ein regelmässiger Nahrungsverzicht das Risiko von Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologischen Krankheiten und Krebs senken kann. Was bei Tieren funktioniert, muss aber nicht generell beim Menschen auch der Fall sein.

Die wenigen Studien über die Wirkung des Intervallfastens, die bei Menschen durchgeführt wurden, lassen bisher keine eindeutigen Schlüsse zu. 2015 kamen die Autoren einer Übersichtsarbeit zum Schluss, dass die bisher vorhandenen Studien Hinweise auf positive gesundheitliche Effekte des Intervallfastens geben.

In Bezug auf den Verlust von fettfreier Masse scheint das Intervallfasten bessere Ergebnisse zu erzielen als eine kontinuierlich energiereduzierte Diät. Andere Studien stellten jedoch fest, dass sich die Wirkung des Intervallfastens nicht oder nur wenig von derjenigen anderer Diätformen unterscheidet.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Formen des intermittierenden Fastens sowie den verschiedenen Studienpopulationen, die aus Übergewichtigen, Normalgewichtigen oder Menschen mit Adipositas bestehen, ist die Auswertung der gering vorhandenen Anzahl an klinischen Studien durchaus schwierig. Ausserdem existieren noch keine Studien zu den Langzeitfolgen dieser Ernährungsform.

Was wir aber wissen ist, dass es für einen langfristigen Gewichtsverlust wichtig ist, den Insulinspiegel im Blut tief zu halten. Dafür muss der Kreislauf der Insulinresistenz gebrochen werden. Dafür braucht unser Körper immer wieder Phasen mit einem sehr niedrigen Insulinspiegel. Und hier kommt das Fasten ins Spiel. Das intermittierende Fasten über einen Zeitraum von mehreren Stunden unterstützt dabei, den Teufelskreis der Insulinresistenz zu durchbrechen.

 

Annahmen für eine positive Wirkung
Aus den bisherigen Studien können soweit Schlüsse gezogen werden, dass das intermittierende Fasten eine positive Wirkung auf die Gesundheit und die Gewichtsabnahme, insbesondere dem geringen Abbau von fettfreier Masse und keine negativen Nebenwirkungen aufweist. Dies basiert auch darauf, dass durch das Auslassen einer Mahlzeit rund 400-800 Kalorien am Tag eingespart werden.

In Bezug auf die langfristige Einhaltung des Intervallfastens sind noch keine Studien vorhanden. So kann auch der Einfluss auf andere Aspekte wie die Stimmung, die körperliche Belastbarkeit, die kognitive Leistungsfähigkeit sowie das Risiko für Essstörungen, nicht abgeschätzt werden.

Beinhaltet das Konzept einer Methode des Intervallfastens keine oder unklare Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl, findet alleine durch das intermittierende Fasten normalerweise keine Ernährungsumstellung mit einer aus ernährungsphysiologischer Sicht besseren Lebensmittelauswahl statt.

Ersetzen Sie also die Regel „an den normalen Tagen alles zu essen, was Sie wollen“ durch den Grundsatz einer bewussten Lebensmittelauswahl, um eine möglichst positive Wirkung des Intervallfastens zu erzielen.

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